Date / Datum
Sonntag 31.03.2024
Secteurs / Sektoren
Les Diablerets - Meilleret (Alpes Vaudoises)
Météo / Wetter
Bewölkt, starke Böen
Attente / Wartezeiten
0 Min
Les départs selon horaire sont calculés par 0 minutes. Sauf en cas de retard ou en raison des fort affluences qu'il fallait attendre le prochain départ.
Planmässige Abfahrten werden als 0 Minuten berechnet. Es sei denn es kommt zu Verspätungen oder aufgrund von Grossandrang muss die nächste Abfahrt abgewartet werden.
Installations ouverte / Geöffnete Anlagen
Installations fermée / Geschlossene Anlagen
Eine Zeitumstellung in Les Diablerets und dies auch noch an Ostern, habe ich glaube ich noch nie erlebt? Nichtsdestotrotz war der Wettergott auch am dritten Ferientag nicht besonders gnädig.
Am Vortag hat man zwar die Gondeln aus der Garage geholt, konnte dann trotzdem nicht öffnen und die Gondeln wurden am späteren Vormittag wieder garagiert. Aber heute hat der Wind anscheinend nachgelassen und dem Skibetrieb stand eigentlich nichts im Wege. Dafür war die Sicht ziemlich trübe. Somit war nach dem üppigen Osterbrunch klar, das Projekt Skifahren musste für diesen Frühling abgeschrieben werden. Trotzdem drückte sich mein Ego durch und ich wollte heute zumindest als Fussgänger nach Les Mazots hochfahren. Ferien in den Bergen ohne eine Seilbahnfahrt geht gar nicht!
Schon beim annähern an die Talstation fiel mir auf, dass die Gondelbahn extrem langsam fuhr. Na dann ist der Wind doch stärker als gedacht? Aber egal die Bahn fährt ja!
Monsieur Hebeisen, der Liftwart in der Talstation freute sich auf jeden Fall auf die spärliche Kundschaft. Ob er mich noch von den früheren Jahre kannte?
Die Fahrt war aufgrund des reduzierten Tempos sehr gemächlich, aber es fühlte sich windfrei an. Trotzdem konnte ich beobachten wie die Sesselbahn zum Meilleret still stand und sich bei deren Talstation eine grosse Menschentraube gebildet hatte. Ich hatte schon eine leise Vorahnung dass dieser Stopp nicht durch einen Schusel, der nicht aufsteigen konnte, verursacht worden ist.
Kaum habe ich auf Les Mazots das Podest der Bergstation verlassen, haute mich eine Böe fast um. Na toll, das kann noch lustig werden. Bei der Abfahrt in Richtung Ruvine war der Pistendienst damit beschäftigt eine Sperre aufzustellen. Anscheinend wollte man nicht noch mehr Leute vor der Talstation der stillstehenden Sesselbahn haben.
Ich ging dann mal ins kuschelig warme Restaurant und suchte einen freien Tisch. An der Theke holte ich eine Tagessuppe mit Brot. Die Zucchini-Peperonisuppe war zwar nahrhaft, aber geschmacklich eher fade.
Ein Blick aus dem Fenster zeigte nun stand auch die Gondelbahn still. Na dann gehe ich halt noch Kaffee und Kuchen holen. Die Kassiererin freute sich auf das Wiedersehen und meinte, Sie schon wieder? Sie sagte dann bis zum nächsten Mal. Ich erwiderte für dieses Saison sei es hoffentlich das letzte Mal gewesen.
Nach dem Kuchen ging ich nach Draussen und es pfiffen Böen um die Ohren. Die Gondelbahn ist immer ein paar Meter gefahren und dann wieder für längere Zeit gestanden.
Trotzdem konnte ich beobachten wie die Leute in die Gondeln einsteigen durften. So ging ich auch zur Bergstation und wollte beim Einstieg auf die nächste freie Gondel warten. Doch der Liftwart deutete mir, dass ich auch noch in die bereits besetzte Kabine einsteigen soll. Ich quetschte mich dann in eine Kabine, wo schon zwei Familien mit kleineren Kindern drinnen sassen. Kann mir vorstellen, dass man mit möglichst schweren Gondeln fahren wollte, damit es wohl weniger schaukelte? Und dann hiess es mal warten. Als der Signalton für die Abfahrt erklang wurde applaudiert. Doch kaum ist die Gondel aus der Station geschlichen, blieb die Anlage wieder stehen und es war erneut Geduld angesagt. Das ganze Spektakel wiederholte sich etwa 5 Mal bis wir endlich in der Mittelstation stecken geblieben sind.
Im Gegensatz zur offenen Strecke hörte man in der Zwischenstation immerhin das Signalhorn. So wusste man wenigstens dass es weitergeht. Auch wenn meistens mehrere Anläufe benötigt worden sind, bis sich die Anlage wirklich in Bewegung setzte. Lustigerweise in der unteren Hälfte sind wir nur noch dreimal stehen geblieben. Das bedeutet wohl, dass der Wind ein wenig nachgelassen hat? Trotz Mittelstation besteht diese Anlage nur aus einem Förderseil und ein getrennter Betrieb ist nicht möglich. Mit sagenhaften 40 Minuten Fahrtzeit erreichten wir wohlbehalten die Talstation. Alle Insassen haben es ziemlich gelassen genommen. Auch bei den Kinder gab es kein Geschrei.
Ich vertrat mir noch ein wenig die Beine und machte einen Umweg durch das Zentrum. Vor der Käserei musste ich lachen. Da sass doch tatsächlich eine Katze vor der Türe und hoffte auf Einlass.
Immerhin konnte ich mit diesem erlebnisreichen Ausflug meine MagicPass Challenge abschliessen.
Dieser Ausflug bleibt mir mit gemischten Gefühlen in Erinnerung. Einerseits kann ich ja verstehen dass das Skigebiet geöffnet worden ist wenn es die Wetterprognosen einigermassen zulassen. Sonst würden sich dann sicher wieder die Gäste über die unfähige Bergbahngesellschaft beschweren. Trotzdem stellt sich für mich die Frage ob man heute nicht ein all zu grosses Risiko eingegangen ist und man glücklicherweise mit einem hellblauen Auge davon gekommen ist?