Date / Datum
Samstag 10.08.2024
Secteurs / Sektoren
Lélex / Crozets (Monts-Jura)
Météo / Wetter
Schön
Attente / Wartezeiten
0-1 Min
Les départs selon horaire sont calculés par 0 minutes. Sauf en cas de retard ou en raison des fort affluences qu'il fallait attendre le prochain départ.
Planmässige Abfahrten werden als 0 Minuten berechnet. Es sei denn es kommt zu Verspätungen oder aufgrund von Grossandrang muss die nächste Abfahrt abgewartet werden.
Installations fermée / Geschlossene Anlagen
Seit diesem Jahr gehört auch das Skigebiet Lélex-Crozet zum MagicPass. Das ist ja im Grundsatz sehr erfreulich und da man die Schneise der Gondelbahn sogar vom Flughafen in Genf aus sieht, auch nicht all zu weit von der Grenze entfernt. Aber die meisten französischen Skigebiete sind eher schlecht als Recht mit dem ÖV erschlossen, so dass sie für mich so gut wie unerreichbar bleiben. Ausser ich würde mal eine Woche Urlaub in der Gegend verbringen und einen Mietwagen nehmen.
Ohne grosse Hoffnung setzte ich mich hinter den Bildschirm und versuchte die ÖV-Verbindungen zu studieren. Nach Lélex verkehrt zwar ein Bus, aber genau so mit einem typisch französischen Fahrplan. Auf biegen und brechen hätte man es vielleicht mit einem Tagesausflug hingekriegt. Aber wirklich Freude macht das nicht und wäre einerseits mit Stress und andererseits auch mit viel Warten verbunden gewesen, um schlussendlich eine Stunde Zeit auf dem Gipfel verbringen zu können.
Für Crozets fand ich zuerst gar keine Verbindung. Da ich wusste dass es ab Nyon Buslinien nach Gex gibt, wollte ich prüfen ob ich zumindest in die Nähe der Ortschaft fahren kann, um dann zu Fuss das Ziel zu erreichen. Aber selbst wenn ich es mit dem Bus nach Gex geschafft hätte, fehlten noch 10 Kilometer. Da wären total 20 Kilometer Fussmarsch erforderlich gewesen, nur um die Talstation zu erreichen. Auch die Option Taxi gefiel mir nicht besonders. Ob dann in der Provinz wirklich ein Taxi verfügbar ist oder bei Vorreservation auch aufkreuzt ist auch ein Abenteuer für sich.
Schlussendlich versuchte ich es mit dem Liniennetzplan der Region Genf. Aber schematische Netzpläne haben den Nachteil, dass sie nicht die geographischen Distanzen wiedergeben.
Ich fand tatsächlich eine Buslinie mit Endstation Crozet Ecole. Aber ich konnte nicht sagen ob es sich hierbei um meinen gesuchten Zielort handelte oder ob halt ein gleichnamiges Quartier von Meyrin existiert?
Jedoch gab es an der selben Linie auch noch die Haltestelle Ronde-Pointe télécabine. Somit war das ziemlich verdächtig, das ich eine ganz heisse Spur erwischte. Der Fahrplan war für französische Verhältnisse überraschend gut! GoogleMaps hat es dann bestätigt, dass ich auf der richtigen Fährte war. Dennoch musste ich noch mit rund 800 Meter Fussmarsch bis zur Talstation rechnen. Aber das ist ja nicht wirklich ein Problem.
Dafür wurde der Kauf des Tickets zur Herausforderung. Die Website der SBB konnte den Tarif nicht berechnen, die App schlug mir eine falsche Tarifzone vor und auf der Website der TPG hätte ich mich noch mal neu registrieren müssen... Schlussendlich bin ich am nächsten Tag 30 Minuten früher auf den Zug, so dass ich noch genügend Zeit hatte einen Automaten zu suchen. Am Automaten in Cornavain spielte ich ein wenig rum. Aber lösen wollte ich das Ticket erst in Meyrin Village, da es ja eine zeitliche Gültigkeit hat. Dafür fragte mich ein indischer Tourist an welcher Kante das Tram zum CERN abfährt? Er wollte sich auch vergewissern ob er die am Automaten gelöste Tageskarte noch zusätzlich entwerten muss?
Es ist natürlich schon ein wenig kurios, wenn das Gleis auf beiden Seiten ein Perron hat. Das ist natürlich den Einrichtungsfahrzeugen geschuldet, die es auf der Linie 18 gar nicht gibt.
In Meyrin Village ging es raus. Zuerst suchte ich die Bushaltestelle, die sich in einer Seitenstrasse befindet. Da es dort keinen Automaten hatte, ging ich noch mal zurück zur Tramhaltestelle und löste dort ein Ticket für die Zone 250 des Lémanpass. Eigentlich unverständlich dass man für das GA nicht eine Tageskarte lösen kann und sich dann für die Rückreise wieder um den Ticketkauf kümmern muss. Keine Ahnung wie das dann in Frankreich funktioniert?
Zu meiner Überraschung kam ein dreitüriger Standardbus in den Farben der TPG. Was mich noch mehr überraschte war der Umstand, dass es oberhalb des Cockpits ein Aufkleber für die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h gab. Für ein Standardbus auf einer Überlandlinie fand ich es schon ein wenig sonderbar, weshalb der nicht 80 oder sogar 100 fahren darf? Aber das muss wohl ein französisches Gesetz sein?
Interessanterweise wurde auf dem Bildschirm für die Fahrgastinformation regelmässig die Meldung aufgeschaltet, dass man bei einer grenzüberschreitenden Linie nur an den offiziellen Haltestellen zu- oder aussteigen darf. Witzigerweise wurde sogar der Grenzübergang als Haltestelle angezeigt, obwohl es dort keine offizielle Haltestelle gibt. Und der Bus musste auch nicht anhalten. Überrascht hat mich, dass die Linie in Frankreich rege genutzt worden ist. Aber die meisten Fahrgäste sind nur 2-3 Haltestellen mitgefahren, um von ihrem Wohnquartier zum nächsten Centre Commercial am Ortsrand zu gelangen.
An der Endstation war ich dann wieder alleine. Vermutlich hätte ich schon eine Haltestelle früher aussteigen können. So ging es halt den grössten Teil der Strasse entlang zurück zum Kreisverkehr. Hier begann ein stetiger Aufstieg. War aber steiler als erwartet! Schon aus der Ferne hörte man das Summen eines Elektromotors und das bedeutete, dass ich auf dem richtigen Weg bin und mein Ziel nicht mehr allzuweit entfernt liegt. Trotzdem musste ich noch einen grossen Bogen laufen, bis das Stationsgebäude in Sicht war.
Obwohl meine Wanderung noch nicht mal richtig begonnen hatte, war ich schon von diesem Aufstieg klatschnass.
Überrascht hat mich die WC-Anlage. War so eine selbstreinigende Anlage, wie man sie sonst aus den Stadtzentren oder Raststätten kennt. Immerhin musste man keine Münze einwerfen. Da der Händetrockner nicht funktionierte, nahm ich das Päkchen Papiertaschentücher aus der Hosentasche. Aber im Dusel warf ich das halbvolle Päkchen in den Müll und hatte dann zwei gebrauchte Taschentücher in der Hand. Da ich das Päkchen durch die Öffnung des Mülleimers nicht sehen konnte, wollte ich dann nicht darin herum wühlen und schrieb die sauberen Taschentücher ab.
Zu meiner Freude war neben dem WC eine weitere Türe geöffnet. Und zwar der Zugang zum Maschinenraum! War zwar mit einer Kette und einem Verbotsschild abgesperrt. Trotzdem konnte man einen schönen Blick auf die dröhnende Maschine werfen. Kein Wunder, dass man dies bei geöffneter Türe im halben Ort hört. Aber bei dieser Hitze war bestimmt jede Kühlungsmöglichkeit gefragt.
Was mir ein wenig missfiel, dass einige Kabinen mit Werbung vollgeklebt waren. Da sich beim Einstieg eine klitzekleine Schlange gebildet hatte, hoffte ich dass ich dann nicht eine solche Werbekabine erwischen werde. Aber ich hatte Glück und trotz des Alters der Kabinen waren die Scheiben nicht all zu heftig zerkratzt.
Die Trassierung hat eine ziemlich konstante Neigung und somit ist die Fahrt nicht wahnsinnig spektakulär.
Bei der Bergstation musste ich mich zuerst ein wenig orientieren. Aber wie ich es bereits aus Hochsavoyen kannte, hatte es hier die selben Wegweiser. Ist wohl der Standart für Frankreich?
Der Wegweiser zum Col de Crozet zeigte zwar in eine komische Richtung und ich war ein wenig verwirrt dass ich quasi durch eine wegloses Wiese trampeln musste. Aber im Viehzaun hatte es sogar einen Durchgang. Überrascht hat mich die Steilheit. Das wird kein gemütlicher Sonntagsspaziergang und meine Pumpe musste hart arbeiten. Um der Hitze entfliehen zu können ist dieses Gebiet definitiv zu tief gelegen. Schon bald entwickelte sich meine Feld und Wiesen Route zu einem gut sichtbaren Pfad und ich begegnete sogar ein paar Wanderer. Somit war klar dass der Wegweiser bei der Bergstation in die richtige Richtung zeigte.
Nach einem 50 minütigen Marsch erreichte ich die Bergstation der Gondelbahn aus Lélex. Bevor es zu deren Eingang ging, fotografierte ich noch die beiden Skilifte. Erstaunlicherweise hatte es in der Bergstation der Gondelbahn kein Drehkreuz und auch der Liftwart wollte das Ticket nicht kontrollieren.
Die Strecke hatte es in sich. Zuerst verloren die Kabine mit einer sanften Neigung die Höhenmeter und das ganze entpuppte sich als ziemlich langweilig Fahrt. Doch ab Stütze 8 änderte sich die Neigung schlagartig und die verbliebenen Höhenmeter werden fast senkrecht vernichtet. Somit war diese Bahn doch interessanter als gedacht. Auch im Tal gab es kein Drehkreuz und ich konnte die Station ungehindert verlassen. Warum auch immer der Antrieb im Tal platziert worden ist? Die Maschine dröhnte durch das beschauliche Örtchen. Dient wohl am Morgen als Wecker, damit die Feriengäste aufstehen um
in die Berge zu gehen.
Ich suchte auf der gegenüberliegenden Strassenseite den Skilift Muiset. Obwohl eine recht kurze Anlage fand ich keinen Zugang zur Talstation. Und einfach quer durch das Feld latschen mache ich in Ortsnähe nicht.
Dafür entdeckte ich durch das Schaufenster des Tourismusbüros ein Korb der Vorgängeranlage. Leider war das Büro geschlossen und die Scheibe spiegelte extrem fest, so dass ich mit diesem Photo keinen Preis gewinnen kann.
Durch ein dunkles Treppenhaus ging es wieder zum Einstieg der Gondelbahn.
Witzig oberhalb der Steuerung befand sich auch der Kontrollbildschirm der Drehkreuze und so konnte ich mein eigenes Porträt betrachten.
Über den selben Weg marschierte ich zurück nach Le Fierney. Ich meinte zuerst ich könnte eine alternative Route nehmen. Doch ich musste dann ziemlich rasch einsehen dass ich hier wohl einen riesigen Umweg laufen werde? So drehte ich halt wieder um und versuchte querfeldein wieder auf den Trampelpfad zu gelangen.
Vor der Talfahrt mit der Gondelbahn wollte ich auch noch die drei weiteren Lifte inspizieren, die sich in der Nähe der Bergstation befinden.
Anscheinend war die Talstation der Kombibahn Les Bergers sogar unter Strom. Auf jeden Fall hörte man das Rauschen der Kühlung.
Jedoch wunderte ich mich schon ein wenig weshalb hier eine Kombibahn gebaut worden ist, die nicht mal Sommerbetrieb hat? Entlang des Skilifts Source keuchte ich wieder auf die Anhöhe der Bergstation.
Als ich in die Gondel einsteigen wollte, wurde ich vom Liftwart aufgehalten und er wollte mein Ticket sehen. Aber ich hatte noch nicht mal die blaue Karte vollständig aus dem Portemonnaie gezogen, da war er schon zufrieden. Auf jeden Fall hat er seine Lochzange wieder hingelegt. Trotz des Unterbruchs erwischte ich eine Kabine ohne verklebte Fenster.
Ich überlegte mir noch ob ich in der Buvette der Talstation ein Eis holen soll? Aber in meinem Rucksack befand sich immer noch ein Sandwich. Somit verzichtete ich auf das Dessert und machte mich auf den Rückweg.
Da ich auf dem Hinweg schon unten an der Strasse den Wegweiser zur Kirche gesehen hatte, konnte ich mir ausrechnen was es bedeutet wenn es hier oben nun auch einen Wegweiser in Richtung Kirche hat. War ein verdammt steiles Strässchen und es war vielleicht sogar besser so, dass ich am Morgen den weniger steilen Umweg gelaufen bin. Aber für den Rückweg eine willkommne Abkürzung. Auf jeden Fall habe ich die Gruppe Pfadfinder nicht benieden, die mir schnaufend entgegen gekommen sind.
Schlussendlich war ich viel zu früh und ich hätte sogar noch den früheren Bus erwischt wenn ich mich wirklich beeilt hätte. Aber das wollte ich nicht und ich setzte mich vor der ausgestorbenen Schule auf eine Bank und verdrücke endlich mein Sandwich.
Mein Bus ist dann auch ziemlich früh eingetroffen und ich wunderte mich schon ein wenig weshalb dieser Aufenthalt nicht für eine Zusatzschlaufe zur Talstation genutzt wird? Aber den ÖV in Frankreich muss man nicht verstehen. Aber man muss ganz klar sagen die Busverbindungen nach Crosetzs sind sehr gut. Einen solchen Fahrplan haben nicht einmal alle Touristenorte im Wallis!
Am Automaten im Fahrzeug konnte ich den Léman Pass für die Rückfahrt lösen.
Diesmal war es ein zweitüriger Standardbus, was besser auf diese Linie passte.
An der Haltestelle Hôpital de Tour bin ich ausgestiegen. Hier konnte ich sogar Perrongleich auf das nächste Tram umsteigen. Eigentlich komisch dass hier die Fahrplanapp einen anderen Umsteigepunkt angibt, wo man dann noch einige Meter laufen muss. Bis Blandonnet ist es gut gelaufen. Aber dann verweigerten plötzlich die Türen die Weiterfahrt. Zuerst musste der Tramführer durch das ganze Tram gehen und alle Türen kontrollieren. Schlussendlich war sogar ein Reboot erforderlich. Na toll, so wird das nichts mit dem Einkauf für ein bisschen Reiseproviant. Schlussendlich konnte ich mich in Cornavin an einem Kiosk mit Getränke und einem Eis versorgen. Die Migros wäre sicher günstiger gewesen. Aber so erwischte ich immerhin noch den IR15.
Zu Hause meldete ich den SBB den Fehler in der Fahrplanapp. Ein paar Tage später erhielt ich die komische Antwort, dass der Tarif aufgrund der gewählten Strecke und Uhrzeit unterschiedlich sein kann. Macht irgendwie nicht viel Sinn, wenn alle Verbindungen immer durch die selbe Tarifzone führen und die falsche Zone vorgeschlagen wird! Ich hoffe die Kontrolleure der TPG sind dann auch so kulant wenn einem ahnungslosen Fahrgast die falschen Zonen gekauft hat.