Date / Datum
Freitag 26.07.2024
Secteurs / Sektoren
Brienzer Rothorn
Météo / Wetter
Leicht bewölkt
Attente / Wartezeiten
0 Min
Les départs selon horaire sont calculés par 0 minutes. Sauf en cas de retard ou en raison des fort affluences qu'il fallait attendre le prochain départ.
Planmässige Abfahrten werden als 0 Minuten berechnet. Es sei denn es kommt zu Verspätungen oder aufgrund von Grossandrang muss die nächste Abfahrt abgewartet werden.
Installations ouverte / Geöffnete Anlagen
Installations fermée / Geschlossene Anlagen
Heute übernahm ich die Rolle eines Reiseführers. Auf Wunsch von Bekannten war ein Ausflug aufs Brienzer Rothorn angesagt.
Leider gehört die nostalgische Zahnradbahn zu den touristischen Hotspots, die Opfer des eigenen Erfolgs geworden sind und eine Fahrt ist nur noch mit Reservation möglich. Das heisst rund zwei Wochen vor dem Ausflug musste ich die Tickets buchen. Solche Verhältnisse sind zwar ein Traum für jede Bahngesellschaft, aber für die Passagiere mit Risiken verbunden. Kann es ja irgendwie auch nicht sein dass man dann bei Sturm und Nebel hochfahren muss, nur weil sonst die Tickets verfallen! Und für Bergsteiger ist die Bahn erst recht nicht mehr zu gebrauchen, da man ja meistens kurzfristig entscheiden muss ob die Tour realisiert werden kann. Zum Glück gibt es für diese Fälle auch noch die frisch modernisierte Luftseilbahn aus Sörenberg.
Meine Gruppe empfing ich am Treffpunkt im Bahnhof Bern. Um sicher zu gehen, dass wir rechtzeitig in Brienz eintreffen werden, nahmen wir eine Verbindung früher, als es der Anschluss erfordert hätte. Jedoch hatte diese den Nachteil, dass es keine Direktverbindung nach Interlaken war. Zudem handelte es sich beim Zug nach Brig um einen EC in Richtung Italien, wo das Platzangebot meistens auch nicht gerade fürstlich ist.
Zu allem Überdruss war in unserem Wagen das Licht ausgefallen und es war stockdunkel. Egal zumindest hatten wir einen Sitzplatz. Aber ich befürchtete dass allenfalls der Wagen noch geräumt wird oder der ganze Zug nicht weiterfahren darf. Anscheinend war das Problem bekannt und es stieg ein Mechaniker ein, der versuchte während des Aufenthaltes in Bern das Problem zu beheben. Immerhin kurz vor der Abfahrt wurde es plötzlich hell.
Das Reisegrüppchen deckte mich mit Frühstück ein, obwohl ich nicht wirklich hungrig war, da mein Körper eine Erkältung ankündigte. Kurz vor Spiez haute es die Sicherung wieder raus. Aber das war mir egal, da wir den Anschlusszug erwischt haben und somit interessierte mich das weitere Schicksal des EC nicht. Unverständlicherweise war der RE nach Interlaken eine S-Bahn MIKA und die Sitzplätze reichten hinten und vorne nicht aus. Gerade auf einer Strecke in einem touristischen Gebiet würde ich schon mehr erwarten. Der Anschluss auf die Zentralbahn klappte ohne Stress.
In Brienz setzten wir uns im Bahnhof der BRB auf eine Bank. Überrascht war ich über die Leute, die schon 40 Minuten vor der Abfahrt beim Drehkreuz angestanden sind. Die Plätze sind ja reserviert. Aber das war ein Überlegungsfehler. Man hat zwar einen garantierten Sitzplatz, jedoch die Plätze sind nicht nummeriert. Aber ja, ich hätte es meinen Grüppchen nicht zumuten können so lange stehen zu bleiben.
Schlussendlich fanden wir in einem der modernen R&J Wagen, die von einer Diesellok geschoben werden einen freien Platz. Aber natürlich auf der falschen Seite und Rückwärts zur Fahrtrichtung.
Bei der Ankunft auf dem Rothorn hatte mein Reisegrüppchen bereits Hunger und plünderte das Buffet im Restaurant. Nebst dem meine Erkältung rebellierte war es auch die Uhrzeit, die meine Appetitlosigkeit erklärte.
Wobei sich auch meine Begleitung mit der Menge überschätzte. Ein Käseteller für Alle hätte wohl genügt! Schlussendlich mussten wir die Hälfte einpacken lassen und ich konnte an den folgenden Tagen noch meine Sandwiches damit belegen.
Nach der Stärkung setzte ich mich kurz von der Gruppe ab. Aber ich habe es nur bis zur Bergstation der Luftseilbahn geschafft. Gerne hätte ich auch noch die Sesselbahn inspiziert. Aber um 12:20 ging es mit dem Zug wieder runter. Ja das ist bei einer Bergbahn natürlich ein gewaltiger Nachteil, wenn man die Rückfahrt auch schon im voraus gebucht werden muss. Sowas war mir bis jetzt nur bei Zahnradbahnen aus den Staaten bekannt, wo man hochfährt und dann quasi eine halbe Stunde später wieder mit dem selben Zug runter fahren muss.
Immerhin erwischten wir einen Dampfzug. Auch wenn es sich um eine der modernen Ölloks handelte, war das Anfahren ziemlich ruppig und in den Tunnels ein ziemlich feuchtes Erlebnis. Auch in unserem Abteil war ein Kind ununterbrochen am Husten. Das heisst die Viren waren zurzeit wohl ziemlich aktiv.
An der Ländte in Brienz hatte ein Schiff angelegt. Laut Fahrplan werden die Leinen erst in einer Stunde eingezogen. Trotzdem stand ein Matrose am Steg und begrüsste die Gäste. Anscheinend durfte man schon einsteigen und auch das Restaurant war geöffnet. Nebst der Mannschaft waren im Speisesaal auch andere Gäste am spachteln. Finde ich eigentlich eine gute Idee! Das Gegenteil erlebte ich kürzlich auf dem Thunersee, wo man trotz strömenden Regens und einer langen Warteschlange erst 10 Minuten vor Abfahrt einsteigen durfte. Auch wenn dies bei den meisten Gästen auf grosses Unverständnis stiess, war mir klar dass dies mit dem Arbeitsgesetz zusammenhängt und sonst das Personal die Pausenzeiten nicht einhalten kann. Wir liessen uns im Speisesaal ein Getränke servieren. Kurz vor Abfahrt suchten wir dann draussen im Heck einen freien Platz. Das Schiff hat sich sehr gut gefüllt, jedoch hatte es auch einiges an Lokalverkehr, die jeweils nur eine Station gefahren sind. Genervt hat eine Touristin, die andauernd hin und her ging und sich dabei durch die Bankreihe zwängte und uns dabei jedesmal auf die Füsse trat. Schon auf dem Rothorn stand diese Person andauernd im Weg. Nach dem 5. Mal ist einer Person in meiner Gruppe der Kragen geplatzt.
Wohl aufgrund des hohen Passagieraufkommens hat das Schiff eine kleine Verspätung eingefangen. Trotzdem wurde über den Lautsprecher angekündigt, dass der IC nach Bern kurz warten wird. Aber bis mein Grüppchen das letzte Selphie gemacht hatte und wir dann auch endlich ausgestiegen sind, konnte man in der Bahnhofsunterführung nur noch das rumpeln des ausfahrenden Zuges hören. Aber egal der nächste Zug stand schon bereit. Trotzdem musste man noch ein wenig warten bis auf der Fahrtzielanzeige das "Nicht Einsteigen" verschwand. Immerhin sassen wir dann schon im Zug bevor die Schmalspurbähnchen eingetroffen sind.
In Bern im Café im LOEB gab es dann noch einen Abschlussdrink, bevor die heutige Mission für beendet erklärt worden ist.
Anmerkung der Redaktion:
Am 12.08.2024 tobte in der Region ein heftiges Unwetter. Dabei wurde auch rund 1/3 der Trasse der Brienzer Rothornbahn beschädigt.
An eine rasche Reparatur war nicht zu denken und die Saison musste abrupt beendet werden.
Bleibt zu hoffen dass die Bahn im nächsten Frühling wieder für das Publikum eröffnet werden kann.